Arbeiten im hybriden Büro

Neubau für Shopsystem-Hersteller in Schöppingen

Licht, Holz und Offenheit – der sechsgeschossige Bürokubus des Softwareentwicklers Shopware im westfälischen Schöppingen bietet seinen Nutzern ein Arbeiten in komfortabler Umgebung. Nach Plänen des Coesfelder Architekturbüros Bock Neuhaus Partner realisiert Brüninghoff das „hybride Büro“. Der Projektbauspezialist überzeugte den Bauherrn von der vielfach bewährten Bauweise, die unterschiedliche Materialien wie Holz und Stahlbeton in Einklang bringt. Eine integrale Planung sowie das Einbinden von Building Information Modeling (BIM) gewährleisteten die reibungslose und zügige Abwicklung des Neubaus.

Bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen reicht es heute längst nicht mehr aus, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Die Ansprüche an die Arbeitsumgebung steigen stetig. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen zukunftsorientierte Wege gehen. So investierte auch der schnell wachsende Shopsystem-Hersteller Shopware in ein neues Gebäude am Firmenstandort im westfälischen Schöppingen. Der im Mai 2019 fertiggestellte Tower ergänzt einen angrenzenden Bestandsbau aus dem Jahr 2015 mit weiteren 150 Arbeitsplätzen und einer Kantine. Bei der Umsetzung des Bürogebäudes legten die Verantwortlichen besonderen Wert auf ein ansprechendes und komfortables Arbeitsumfeld mit viel Licht, Holz und Offenheit. Mit der Realisierung des neuen „hybriden Büros“ – nach Plänen des Coesfelder Architekturbüros Bock Neuhaus Partner – beauftragte Shopware Brüninghoff.

Umplanung in Hybridbauweise
Doch was versteht man unter einem „hybriden Büro“? Für Brüninghoff als Hybridbauspezialist ist es das Zusammenspiel verschiedener Materialien zu intelligenten Bürolösungen. Mit diesem Ansatz und dem Bedarf, schnell viele hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen sowie der Affinität des Bauherrn für das Material Holz qualifizierte sich Brüninghoff schnell als richtiger Partner für das anspruchsvolle Bauprojekt. Der erste Kontakt mit dem Auftraggeber fand im Oktober 2017 statt. Die zu diesem Zeitpunkt existierende Planung beinhaltete jedoch noch eine herkömmliche Bauweise. Bei der Besichtigung eines vergleichbaren Objekts von Brüninghoff – dem H7 in Münster – war der Bauherr insbesondere von den sichtbaren Materialien und der klaren Tragstruktur des Gebäudes begeistert. Im Rahmen einer Präsentation konnte das neue Gebäude-Konzept von Brüninghoff schließlich überzeugen.

Sechsgeschossiger Tower aus Holz und Beton
Wie beim H7 wurden auch beim Neubau für Shopware verschiedene Baustoffe miteinander kombiniert. Realisiert wurde das Bürogebäude als sechsgeschossiger Tower – mit einer Höhe von 24 Metern. „Das Bestandsgrundstück verfügt über sehr aufwändig gestaltete Freiflächen, die eine hohe Aufenthaltsqualität bieten. Um diese zu erhalten, entstand die Idee, in die Höhe zu bauen“, erklärt Architekt Meinhard Neuhaus vom Büro Bock Neuhaus Partner aus Coesfeld. Das Tragwerk des Gebäudes besteht – neben Stahlbeton – zu einem großen Teil aus Holz. Für die vertikalen Bauteile kamen Leimholzstützen sowie Brettsperrholzwände zum Einsatz. In den Bürobereichen der Obergeschosse bildet eine Verbundkonstruktion aus Holzbalken und Betonplatten die Geschossdecken. Die beiden Baustoffe wurden mittels Fertigteil-Verbindern und Vollgewindeschrauben im Werk zusammengefügt. Das Sockelgeschoss sowie das aussteifende Treppenhaus sind in Stahlbeton ausgeführt.

Dank eines hohen Vorfertigungsgrads, ließ sich eine sehr kurze Bauzeit erzielen. Die Außenwände wurden am Hauptsitz von Brüninghoff in Heiden vorgefertigt, auf die Baustelle transportiert und vor Ort montiert. Die einzelnen Wandelemente sind dabei bis zu 18 Meter lang. Beim Handling war daher eine mögliche Verformung zu beachten. Brüninghoff entwickelte hierzu eine spezielle Traversenkonstruktion, die eine Durchbiegung verhinderte und das Heben der langen Elemente zum Montageplatz erleichtert. Auch die Stahlbetonstützen, -unterzüge und Deckenelemente wurden als Fertigteile im Werk hergestellt, sodass vor Ort nur noch der Fugenverguss erfolgen musste. „Beim Neubau von Shopware sind die Erfahrungen aus vorangegangenen Projekten – wie zum Beispiel dem H7 – eingeflossen. Auch wenn das Gebäude einen individuellen Charakter hat, planen wir nicht immer von vorne neu. Es gibt ein klares System, in dem wir unsere entwickelten Bauteile einsetzen“, erklärt Maik Effing, Bereichsleitung Bausysteme bei Brüninghoff.

Offene Büroarbeitsplätze fördern Kommunikation
Seit einigen Jahren sind offene und flexible Arbeitskonzepte auf dem Vormarsch. Der Shopware-Neubau folgt diesem wachsenden Trend im Bürobau. Die Arbeitsplätze und Räume wurden bewusst offen konzipiert. Ein Konzept, welches im Arbeitsalltag die direkte Kommunikation zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fördert. Um wechselnden Anforderungen gerecht zu werden, lassen sich die Räume zudem schnell und flexibel umgestalten. Bei der Realisierung der offenen Arbeitsbereiche bot die hybride Tragwerkskonstruktion ein hohes Maß an Spielraum. Die Konstruktion mit sichtbaren Materialoberflächen bietet eine hohe Aufenthaltsqualität und die Verwendung von Holz sorgt für eine freundliche Atmosphäre. Darüber hinaus ist der natürliche Baustoff nachwachsend und speichert Kohlenstoffdioxid. Mit seinen Eigenschaften sorgt das Material für ein gutes Raumklima in den Büros und ermöglicht so ein konzentriertes und gesundes Arbeiten.

Nicht brennbare Fassade aus Holz
Um viel natürliches Licht in das Gebäude zu bringen, erhielt der Neubau eine Glasfassade in Form einer Holz-Pfosten-Riegel-Konstruktion in den Obergeschossen sowie einer Aluminium-Pfosten-Riegel-Fassade im Erdgeschoss. In Anlehnung an die Gestaltung des Bestandbaus wurde die Glasfassade in Teilbereichen mit vorgesetzten Lamellen aus Accoya-Holz bestückt. Der Einsatz von Holz war aufgrund der Gebäudehöhe und -klasse eine besondere Herausforderung. So musste die Fassade zum Beispiel „nicht brennbar“ ausgeführt werden. In seinem natürlichen Zustand erfüllt Holz diese Anforderung jedoch nicht ohne weiteres. Um dieses Problem zu lösen, wurde das verwendete Holz im Vorfeld einer Kesseldruckimprägnierung unterzogen und damit nicht brennbar gemacht. Die Accoya-Lamellen sind auf diese Weise schwer entflammbar und in die Brandschutzklasse „B1“ eingestuft. Zusätzlich wurde eine Brandmeldeanlage zur Früherkennung installiert.

Integrale Planung sorgt für reibungslosen Bauablauf
Zentral für das Bauvorhaben war zudem eine integrale Planungspraxis. Sie beinhaltete die enge Zusammenarbeit und einen intensiven Kommunikationsaustausch der Projektbeteiligten. Ab Dezember 2017 starteten Planungs-Meetings im Zwei-Wochen-Rhythmus. Bei diesen Terminen – an denen anfangs die Bauherren, sowie die Planung und die Kundenbetreuung von Brüninghoff teilnahmen – wurden gestalterische und auch bereits technische Fragen sowie Ausführungsdetails geklärt. Parallel dazu startete seitens der TGA-Fachplaner die Umsetzung der technischen Gebäudeausrüstung. Nach Erhalt des Baurechts sowie einem Bemusterungstermin mit dem Bauherrn erfolgte im Frühsommer 2018 die Übergabe der Projektleitung Planung an die Projektleitung Bau.

Integration von Building Information Modeling
Effizient wurde die integrale Planung insbesondere durch das Einbinden von Building Information Modeling (BIM). Bei dem Neubau für Shopware erfolgte die gesamte Planung von Anfang an im BIM-Modell. Wie bei jedem Projekt war ein BIM-Manager von Brüninghoff involviert, der den konstanten und reibungslosen Arbeitsprozess im digitalen Gebäudemodell sicherstellte. Koordiniert wurde der Planungsprozess durch die Projektleitung Planung. Grundsätzlich ermöglichte die digitale Planungsmethode eine ganzheitliche Betrachtung des Projekts. Denn BIM steht für ein effizientes Schnittstellenmanagement, welches die Informationen einzelner Gewerke zusammenführt und die Kommunikation der Beteiligten erleichtert. Probleme ließen sich im Vorfeld erkennen und Fehler frühzeitig vermeiden. Dadurch war ein hohes Maß an Planungssicherheit gegeben. Zugleich konnten sich die Projektbeteiligten in der Bauphase auf das Bauen konzentrieren, da die Planung bereits zum großen Teil abgeschlossen war.

Auch für den Bauherrn brachte das 3D-Modell Vorteile mit sich. So bildet es das Gebäude mit seinen Dimensionen und Räumen sehr anschaulich ab und kann somit dem Auftraggeber als Entscheidungshilfe dienen. Ferner hat der Bauherr im Zuge der integralen Planung im gesamten Planungsprozess einen festen Ansprechpartner. „Da die Koordination der einzelnen Gewerke über die Verantwortlichen bei Brüninghoff erfolgte, musste sich der Bauherr nicht mit den unterschiedlichen Planungsdisziplinen beschäftigen“, erklärt Effing.

Der Neubau für Shopware zeigt, dass die Hybridbauweise insbesondere für den Büro- und Verwaltungsbau zahlreiche Vorteile bereithält. Vielfältige Ansprüche, beispielsweise im Hinblick auf den Arbeitsplatzkomfort oder einen schnellen Baufortschritt lassen sich hier vereinen.

Über Brüninghoff:
Die Brüninghoff Gruppe gehört seit über 40 Jahren zu den führenden Projektbau-Spezialisten in Deutschland. Der Hauptsitz des Unternehmens ist im münsterländischen Heiden. Weitere Niederlassungen sind an den Standorten Hamburg, Niemberg, Villingen-Schwenningen und Münster beheimatet. Über 500 Mitarbeiter realisieren europaweit bis zu 160 Bauprojekte im Jahr. Das Kerngeschäft des Familienunternehmens ist die Produktion von vorgefertigten Bauelementen aus Beton, Stahl, Holz, Aluminium sowie die ganzheitliche Konzeption, Planung und schlüsselfertige Ausführung von Bauprojekten.

Rückfragen beantwortet gern:

Brüninghoff
Frank Steffens
Fon: 02867/9739-114
Mail: Steffens@brueninghoff.de

Kommunikation2B
Andre Wand
Fon: 0231/33049323
Mail: a.wand@kommunikation2b.de

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