Heimwerk in der Schweiz – 70 Prozent legen selbst Hand an

Die Mentalität des Selbermachens ist in der Schweiz verbreitet. Eine Umfrage der Handwerkerplattform Ofri hat ergeben, dass 70 Prozent der Schweizer im letzten Jahr eine handwerkliche Tätigkeit selbst verrichteten. Und dies nicht nur aus Spargründen. Der meistgenannte Grund für die Do-it-yourself-Tätigkeit ist Spass an der Arbeit.

Dies jedoch nur solange die Komplexität gering ist: Lampen montieren, Möbel neu bauen und Wand streichen sind kein Problem. Doch nur wenige Heimwerker entkalken den Boiler selber oder montieren eine Katzentüre.
In unserem nördlichen Nachbarland ist das Selbermachen längst ein Bestandteil des Alltags. Gemäss Historiker und Autor Jonathan Voges schwappte der Trend in den 60er Jahren aus den USA nach Deutschland über. Doch wie sieht es in der kaufkräftigen Schweiz aus? Reparieren die Schweizer genau so unbekümmert defekte Balkontüren, kaputte Möbelstücke oder Lichtschalter? Die Handwerkerplattform Ofri befragte im November 120 Deutschschweizer zu ihren Do-it-yourself-Gewohnheiten.

Die Schweizer heimwerken am Wochenende und aus Spass

«Es ist ein gutes Gefühl, etwas selbst erledigen zu können», teilt ein Umfrageteilnehmer mit. Ihm stimmen 42 Prozent der Befragten zu. Denn sie geben an, aus Spass heimzuwerken. Dicht gefolgt von 40 Prozent, welche aus Kostengründen selbst Hand anlegen. Diese Gruppe möchte die Kosten für einen professionellen Handwerker sparen und kommt nur für die Materialkosten auf. 44 Prozent der Befragten gaben im letzten Jahr zwischen 101 und 1000 Franken für Materialien aus. 23 Prozent gaben zwischen 1001 und 5000 Franken aus.

Doch wann ziehen sich Herr und Frau Schweizer in den Bastelkeller zurück? Jeder zweite krempelt die Ärmel am Wochenende hoch. Gefolgt von gleichenteils Feierabend- und Urlaubsarbeit.
Engagement hängt von der Komplexität ab

«Letztes Jahr haben wir das Schlaf- und Wohnzimmer komplett renoviert», erklären die Umfrageteilnehmer Petra und David Wiggin stolz. So motiviert wie das Ehepaar Wiggin sind nicht alle Schweizer. Das Engagement hängt von der Komplexität ab. Die beliebtesten Tätigkeiten sind Lampe installieren, Möbelstücke reparieren sowie Wände streichen.

«Wir haben auf dem Handwerkerportal Ofri stets eine grosse Nachfrage fürs Streichen. Entsprechend überrascht es mich, dass diese Arbeit zu den top drei der Do-it-yourself-Tätigkeiten zählt», gibt Benny Hertach, Geschäftsführer von Ofri, zu bedenken.
Die unbeliebtesten Arbeiten sind Boiler entkalken, Katzentüre einbauen und Decke dämmen. Ein Umfrageteilnehmer sagt aus: «Das mache ich nicht selber. Für diese Arbeit haben wir in der Schweiz ausgebildete Handwerker.»

Trend von Migros Klubschule bestätigt

Diesen Trend bestätigt auch Ariane Lang der Klubschule Migros: «Unsere Kurse im Do-it-yourself- Kurse wie „Kleinmöbel umgestalten“ oder „Reparaturen im Haushalt“ erfreuen sich grosser Beliebtheit. Innert zwei Jahren hat sich die Anzahl der angebotenen Kurse on von 35 auf 62 erhöht.» Dies wird sich voraussichtlich nicht ändern. Denn in der Umfrage sagten 57 Prozent der Befragten, dass Sie im 2019 noch mehr selber Hand anlegen möchten.

Über Ofri
Das in Zürich ansässige Unternehmen Ofri betreibt seit 2011 ein unabhängiges Handwerkerportal. Auftraggeber, wie Privatpersonen oder Verwaltungen, können auf dem Portal einen Auftrag erfassen und erhalten in der Folge mehrere Kostenvoranschläge von Handwerkern aus ihrer Region. Für Handwerker ist das Internetportal eine gute Möglichkeit neue Aufträge und Kunden zu akquirieren.
Die Online-Befragung wurde von Ofri im November 2018 durchgeführt. An der Umfrage nahmen 120 Personen aus der Schweiz teil. 63 Prozent besitzen ein Eigenheim und 37 Prozent wohnen im Mietverhältnis.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Pin It on Pinterest